Antiziganismus

Antiziganismus

 

Antiziganismus ist eine Form von Rassismus. Gemeint ist dabei die Stigmatisierung von Sinti und Roma – der größten ethnischen Minderheit in Europa. Antiziganismus beschreibt die Zuordnung von Menschen aufgrund von oberflächlichen Merkmalen zu der Gruppe der ‚Zigeuner‘ und der Abwertung dieser Gruppe durch die Zuschreibung negativer Eigenschaften.  ‚Zigeuner‘ werden mit überlieferten Mutmaßungen und Vorurteilen in Zusammenhang gebracht, die Abneigung und Ausgrenzung zu legitimieren versuchen.

Die Fremdbezeichnung ‚Zigeuner‘ ist für die meisten Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma beleidigend. Die offizielle Bezeichnung in Deutschland – Sinti und Roma –  stellt die beiden größten hier beheimateten Gruppen dar. Der international gängige Oberbegriff der Roma, welcher für die eigentlich sehr heterogene Ethnie genutzt wird, bedeutet in der Sprache der Romanes „Mensch“.

Auch lange nach dem Völkermord der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten, hielten sich die Diskriminierung und die Vorurteile über Sinti und Roma in der Gesellschaft. Die mindestens 70 000 deutschen Sinti und Roma sind auch heute noch Vorurteilen ausgesetzt und werden benachteiligt. Sie werden in den Medien immer noch als räuberisch stigmatisiert, bei der Wohnungssuche benachteiligt und erfahren Diskriminierung und Ausgrenzung in der Schule und am Arbeitsplatz. Dabei wissen viele Menschen erschreckend wenig über Sinti und Roma, ihre Lebensumstände, ihre Geschichte und insbesondere über den Völkermord an ihnen durch das nationalsozialistische Regime.

Kontaktstelle zur Thematik vor Ort und Vertretung des Themenfeldes im Begleitausschuss:
Landesverband Sinti und Roma in Hessen

Weitere Informationen über Sinti und Roma in Europa findet ihr hier:

http://www.bpb.de/internationales/europa/sinti-und-roma-in-europa/

http://www.bpb.de/mediathek/202423/antiziganismus-begegnen

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