Darmstädter Demokratiereihe: Gespräch zu Muslimfeindlichkeit

Fachvorträge von Saba-Nur Cheema (Dipl.-Politologin; Leiterin der pädagogischen Programme in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt), Daniel Bax (Redakteur bei der „tageszeitung. die taz“). Moderation: Abdul-Ahmad Rashid (Journalist, Islamwissen-schaftler).

Oberbürgermeister Jochen Partsch

Im Rahmen der Darmstädter Demokratiereihe fand am 19. September die dritte Veranstaltung der Darmstädter Demokratiereihe 2017 statt. Das Demokratiegespräch stand unter dem Thema Muslimfeindlichkeit in der Einwanderungsgesellschaft. Oberbürgermeister Partsch eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in welchem er verdeutlichte, dass eine diskriminierende Haltung in der Mitte der Gesellschaft immer stärker spürbar ist. Partsch wies darauf hin das, dass das tägliche Vertreten der demokratischen Werte ebenso wichtig sei, wie an der Bundestagswahl am 24.09.2017 teilzunehmen.

Abdul-Ahmad Rashid, Saba-Nur Cheema, Daniel Bax

Daniel Bax lieferte in seinem Vortrag Zahlen und Fakten rund um Muslimfeindlichkeit in Deutschland. So würde etwa die Hälfte aller Deutschen den Islam nicht zu Deutschland zugehörig sehen. Die weitverbreitete Muslimfeindlichkeit zeige sich auch in den Medien, welche durch stereotypisierte Bilder Angst vor dem Islam schüre.

Demokratiereihe September 2017: Muslimfeindlichkeit in der Einwanderungsgesellschaft

Auch Sabar-Nur Cheema ging in ihrem Vortrag auf die gegenwärtigen Islambilder, die von den Medien genutzt werden ein. Cheema wies darauf hin, dass Muslime homogenisiert werden und als Kollektiv dargestellt würden. Zudem würden die Begriffe ‚muslimisch‘, ‚arabisch‘ und ‚Migrant‘ mittlerweile nahezu synonym benutzt. Anhand von Beispielen aus der Bildungsarbeit, zeigte sie, dass Muslimen im Alltag auf ihre Religiosität reduziert werden und Ihnen so jede Individualität genommen würde. Abschließend setzte sich Cheema für eine Gegennarrative ein, die andere Seiten des Islam zeige und dazu anregen die Betroffenenperspektive einzunehmen, diese ernstzunehmen und anzuerkennen.

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