Frankfurter Rundschau vom 23. März 2008
Aktionsplan Darmstadt gegen Rechts
VON EVA MARIE STEGMANN 


Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Freitag 20.03.2009


Zum Abschied eine besondere Auszeichnung:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist „Ort der Vielfalt“ – Alp Otman, Leiter des Interkulturellen Büros, geht in den Ruhestand


Die Auszeichnung hat mehr als Symbolcharakter, denn die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich schon seit Jahrzehnten für Weltoffenheit: Hier arbeiten Politik, Migrantenvereine, Verwaltung und Gesellschaft gemeinsam erfolgreich an der stetigen Entwicklung Darmstadts zu einem Ort der Vielfalt. Besonders deutlich dokumentiert wurde dies, als die Stadt im September 2008 in Berlin als "Ort der Vielfalt" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ausgezeichnet wurde.
Am Freitag (20.) wurde das von der Bundesregierung verliehene Schild "Darmstadt - Ort der Vielfalt" gemeinsam von Oberbürgermeister Walter Hoffmann und dem für die Integrationarbeit in Darmstadt verantwortlichen Dezernenten, Stadtrat Jochen Partsch sowie dem Leiter des Interkulturellen Büros, Alp Otman, am Eingang zum Bürgerfoyer im Neuen Rathaus am Luisenplatz angebracht. Damit wird nun auch nach außen sichtbar: Darmstadt ist ein Ort der Vielfalt.
Besonders für Alp Otman, seit 1998 Leiter des Interkulturellen Büros der Wissenschaftsstadt Darmstadt, ist diese nun sichtbare Auszeichnung ein besonderer Grund zur Freude, steht sie doch am Ende seiner erfolgreichen Zeit im Dienst der Stadt. Der 1946 in Istanbul/Türkei zur Welt gekommene Alp Otman kam vor elf Jahren zur Stadt Darmstadt. Nach sozialpädagogisch und integrationspolitisch geprägten Wirkungsstätten unter anderem in Frankfurt, Berlin und Oberhausen und seiner Tätigkeit an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt zu den Themen Migration, Integration und interkulturelle Kompetenz hat Alp Otman als Leiter des städtischen Interkulturellen Büros vieles bewegt und so mit dazu beigetragen, dass Darmstadt ein Ort der Vielfalt wurde.
Alp Otman, der von der Initiatorin des Interkulturellen Büros, der damaligen Stadträtin Daniela Wagner, für Darmstadt gewonnen wurde, hat nach engagierter Aufbauarbeit des Interkulturellen Büros vielfältige politische Initiativen aufgegriffen und realisiert, so etwa für das europäische Modellprojekt zur Qualifizierung für Integrationsassistentinnen und Integrationsassistenten. "Integrationsarbeit erfordert sowohl die interkulturelle Öffnung von Institutionen der Aufnahmegesellschaft als auch der Migranten-Communities. Dies wird optimal durch herkunftssprachliche und fachkundige Vermittlungskräfte erreicht, die die Fachkräfte im Sozial-, Gesundheit- und Bildungswesen unterstützen", blickte Stadtrat Partsch auf die beispielhafte Initiative zurück.
Ein weiteres hochwirksames zivilgesellschaftliches Projekt ist die Arbeit von "Aktion Gesicht zeigen! Weltoffenes Darmstadt", wo Aktivitäten unterstützt werden, die über Geschichte und Gegenwart des Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antiziganismus aufklären. Darauf konnte der 2007 gestartete Lokale Aktionsplan "Vielfalt-tut-gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" in Darmstadt aufbauen, der ebenfalls von Alp Otman konzipiert und begleitet wurde.
Neben den Wirkungen in die Stadtgesellschaft wurde auch die Gesamtstädtische Steuerung der kommunalen Integrationspolitik mit Alp Otman modernisiert und vorangebracht. Partsch: "Das Interkulturelle Büro unterstützt heute alle städtischen Ämter bei der fachlichen Umsetzung der Integrationsziele und bei der Erarbeitung des erforderlichen Handlungsrepertoires, beim Zugang schwer erreichbarer Zielgruppen und bei der Vernetzung mit nichtstädtischen Kooperationspartnern im Integrationswesen."
Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtrat Jochen Partsch dankten den zum 31. März 2009 aus dem städtischen Dienst ausscheidenden Alp Otman für seine Arbeit als Leiter des Interkulturellen Büros der Wissenschaftsstadt Darmstadt. "Alp Otman verlässt die Stadtverwaltung, er hat mit seiner Arbeit als Leiter des Interkulturellen Büros maßgeblich dazu beigetragen, dass Darmstadt im wahrsten Sinne des Wortes ein Ort der Vielfalt ist", so Oberbürgermeister Hoffman und Stadtrat Partsch.

Alp Otman wurde in den Ruhestand verabschiedet. Er leitete elf Jahre lang das Interkulturelle Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt.


aus:
Darmstädter Echo 21.03.2009


Bekenntnis zu Weltoffenheit
Auszeichnung: Darmstadt ist nun ein „Ort der Vielfalt“ – Keine Nachfolge für Alp Otman


Als „Ort der Vielfalt“ ist Darmstadt im September 2008 ausgezeichnet worden. Seit Freitag macht ein entsprechendes Schild am Eingang zum Bürgerfoyer im Neuen Rathaus auf den Titel aufmerksam. Die Auszeichnung kommt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Initiative will gegen Rechtsextremismus mobil machen und fordert Kommunen und Akteure der Zivilgesellschaft in Deutschland dazu auf, sich vor Ort für Vielfalt und gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit einzusetzen.

Das Schild haben Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD), Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) und der Leiter des Interkulturellen Büros, Alp Otman, gemeinsam aufgehängt. Partsch freute sich besonders, dass Darmstadt bereits als eine der ersten 65 Kommunen eine Auszeichnung bekommen hat. „Das ist ein Bekenntnis zu einer weltoffenen Haltung in der Stadt“, betonte er.

Das Ministerium lobt Darmstadt besonders für seine niedrige Toleranzschwelle gegen Rechtsextremismus und den hohen Stellenwert der präventiven Arbeit für die städtischen und zivilgesellschaftlichen Akteure. Charakteristisch für die Stadt sei die Institutionalisierung und Netzwerkbildung bei der kommunalen Integration, die sich im Interkulturellen Büro widerspiegele.

Die Auszeichnung krönt die Arbeit von Otman. Er leitet das Interkulturelle Büro seit 1998 und geht zum 31. März in Ruhestand. Freitag war bereits sein letzter Arbeitstag, an dem Hoffmann ihn noch einmal ausdrücklich als „wichtigen Multiplikator und starke Persönlichkeit“ im Einsatz für Integration würdigte. Dabei sei er stets bescheiden gewesen, seine Arbeit „wirkungsvoll, aber unauffällig.“

Besonders stolz ist Otman auf die Umsetzung eines europäischen Modellprojekts zur Qualifizierung von Integrationsassistenten. Seit 2003 wurde 55 Assistenten ausgebildet, die vor allem die Fachkräfte im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen unterstützen. Sein größter Wunsch: Dass das, was er mit seinem Team aufgebaut hat, künftig trotz der schwierigen Haushaltslage engagiert fortgesetzt wird.

Dieser Wunsch wird sich jedoch so nicht ganz erfüllen. Jochen Partsch betonte zwar, dass die Leistungsfähigkeit des Büros in jedem Fall erhalten bleiben soll. Obwohl die Arbeit wichtig sei, handele es sich aber um ein freiwilliges Engagement der Stadt und die Leitungsstelle könne vorerst nicht neu ausgeschrieben werden.

hkn
21.3.2009