Stadt Darmstadt Pressestelle (ho) Montag 17.12.2007 "Erinnerungsarbeit mit Gegenwartsaufgaben verbinden": Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Verband Deutscher Sinti und Roma,
Landesverband Hessen, unterzeichneten am Sonntag (16.) einen Vertrag,
um das freundschaftliche Verhältnis zwischen der nationalen Minderheit
der Sinti und Roma in Darmstadt und der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu
fördern und zu festigen. Die Unterzeichnung des Vertrags
erfolgte am 65. Jahrestag der Erteilung des Himmler-Befehls zur
Deportation der deutschen Sinti und Roma nach Auschwitz. s. auch:
Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtrat Jochen Partsch unterzeichnen Vertrag mit Sinti und Roma in Darmstadt
Oberbürgermeister Walter Hoffmann erinnerte
daran, dass bereits 1998 das europäische Rahmenübereinkommen zum Schutz
der nationalen Minderheiten in Deutschland in Kraft getreten sei, das
die nationale Minderheit der Sinti und Roma mit einbeziehe.
Außerdem
betonte er, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Bewusstsein des
geschichtlichen Hintergrunds der rassistischen Verfolgung durch das
NS-Regime handele.
Der Vorsitzende des hessischen Landesverbands
Deutscher Sinti und Roma, Adam Strauß, begrüßte die Anerkennung der
Darmstädter Sinti und Roma als Angehörige der nationalen Minderheit
durch die Stadt und betonte, dass er den fortwährenden Dialog mit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt als sehr wichtig erachte.
Im Vertrag
wird festgehalten, dass beide Seiten den Willen haben, Projekte in
Kooperation im Sinne von Stetigkeit, Nachhaltigkeit und Effektivität zu
verwirklichen.
Stadtrat Jochen Partsch verwies auf die vorhandenen
guten Kooperationen, so auf das seit mehreren Jahren sozialräumlich
orientierte Schulprojekt. "Im Rahmen der Aktivitäten der Arbeitsgruppe
"Aktion Weltoffenes Darmstadt" oder im Lokalen Aktionsplan im Rahmen
des Programms "Vielfalt tut gut" werden ebenfalls gemeinsame Projekte
verwirklicht", erläuterte Partsch.
"Wir sind
es der Menschheit und vor allem der heutigen jungen Generation
schuldig, immer wieder Erinnerungsarbeit zu leisten. Dass wir den 16.
Dezember zur Unterschrift des Vertrages gewählt haben, zeigt, dass wir
aus der Geschichte lernen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt aktiv
auch in Zukunft Erinnerungsarbeit mit Gegenwartsaufgaben verbindet",
erklärten Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtrat Jochen Partsch
die Auswahl des Unterschriftstages.
Vertrag mit mit Sinti und Roma unterzeichnet - vom 17.12.2007, 06:58
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